Revolutionäres Unterwasser-WLAN: Das Schweizer NEREUS-Magazin bewertet das Sealink-System von Divevolk

By Ricky Jehen • Published September 23, 2025 • Updated September 23, 2025
Revolutionary Underwater WLAN: Swiss NEREUS Magazine Reviews

Ursprünglich rezensiert vom NEREUS Magazin (Offizielles Publikationsorgan des SUSV – Schweizerischen Unterwassersportverbandes)

Keine Stromversorgung erforderlich? Drahtlose WLAN-Verbindung unter Wasser möglich

Auf den ersten Blick klingt es fast zu schön, um wahr zu sein: eine stabile WLAN-Verbindung zwischen einer Kamera im Aluminiumgehäuse und einem Smartphone im Kunststoffgehäuse – ganz ohne Strom, Kabel oder aktive Verstärker. Doch es gibt ein System, das genau das ermöglicht: Divevolks „Sealink“. Es verwandelt das preisgünstige „Seatouch 4 Max Plus“ in eine intelligente Steuerzentrale für Systemkameras.


Das komplette Divevolk Sealink-Setup wurde im NEREUS Magazin vorgestellt.

Technisch versiert, körperlich klug

Wie kann das funktionieren, wenn Metallgehäuse WLAN-Signale normalerweise vollständig abschirmen? Der Trick liegt in einem sogenannten Hochfrequenz-Kopplungssystem. Aktive Signalverstärkung wäre unter Wasser nur mit einer Stromquelle möglich. Sealink nutzt jedoch ein rein passives Prinzip der Hochfrequenztechnik.

WLAN-Signale (üblicherweise 2,4 oder 5 GHz) breiten sich gut durch Kunststoff oder Acryl aus, nicht aber durch Aluminium. Aluminium wirkt wie ein Faradayscher Käfig und schirmt das Signal vollständig ab. Hier kommt Sealink ins Spiel: Ein spezielles Kabel – vergleichbar mit einem Miniatur-Hohlleiter – ist außen am Gehäuse angebracht, empfängt das Signal von der WLAN-Antenne der Kamera und leitet es über eine optimal konstruierte Kunststoffstruktur nach außen ins Wasser.

Wichtige technische Punkte:

  • Der äußere Ausgangspunkt am Gehäuse befindet sich dort, wo ein Signal aus dem Kameragehäuse austritt – nämlich oberhalb der Kunststoffscheibe des Gehäuses, wo normalerweise das Kameradisplay sichtbar ist.
  • Das dicke Kabel leitet das WLAN-Signal dann durch das Wasser zu seinem Ausgang, der so nah wie möglich an der WLAN-Antenne des Telefons im Divevolk-Gehäuse positioniert ist.
  • Das Ergebnis: eine funktionierende WLAN-Verbindung durch ein Metallgehäuse, rein passiv und bei korrekter Ausrichtung zuverlässig.

Systembeschränkungen

Das gesamte System funktioniert naturgemäß nur unter bestimmten Bedingungen:

Reichweitenbeschränkungen:

  • Die Reichweite ist sehr gering
  • Kamera, Sealink-Kabel und Smartphone müssen sich in unmittelbarer Nähe zueinander befinden.
  • Idealerweise befinden sich die beiden Endpunkte nur Millimeter vom WLAN-Durchgang entfernt.

Kritische Faktoren:

  • Die Antennenausrichtung ist entscheidend.
  • Die Integrität des Kabels ist von entscheidender Bedeutung – Knicke oder Beschädigungen können die Signalübertragung erheblich beeinträchtigen.
  • Das Prinzip funktioniert nur, wenn sich das Empfangsgerät (Smartphone) in einem nicht abgeschirmten Gehäuse befindet, wie beispielsweise dem Divevolk Seatouch 4 Max Plus.
  • Ein weiteres Metallgehäuse würde das Signal blockieren.


Nahaufnahme der Sealink-Komponenten, des SeaTouch 4 Max-Gehäuses und der Anschlussdetails

Seatouch 4 Max Plus: Vom Smartphone-Gehäuse zum intelligenten Monitor

Das Seatouch 4 Max Plus ist ein erschwingliches, voll ausgestattetes Universal-Unterwassergehäuse für viele Smartphone-Modelle, das die Bedienung des Touchscreens sogar unter Wasser ermöglicht – ganz ohne mechanische Tasten oder Hebel. Der Touchscreen funktioniert sogar mit Neoprenhandschuhen (bitte beachten Sie, dass dies nur unter Wasser möglich ist; an Land sollten keine Handschuhe getragen werden).

In der Praxis wird es bereits von vielen Tauchern für Unterwasserfotografie mit Smartphones genutzt. Mit Sealink wird das Gehäuse zu einer intelligenten Steuereinheit für hochwertige Kamerasysteme.

Intelligente Steuerungsfunktionen:

  • Anstatt auf das kleine Kameradisplay angewiesen zu sein, ermöglicht die Verbindung zur App die Anzeige des Livebildes auf dem großen Smartphone-Display.
  • Beinhaltet Touch-Fokus, Blendenwahl und Videostart.
  • Mit der richtigen App (e.g., Monitor+ (derzeit nur für bestimmte Sony-Kameras), Fokus-Peaking, Zebra-Warnung und Falschfarbenbilder können Fotografen und Videografen unterstützen.
  • Besonders interessant für die Makrofotografie dank des großen Monitors und der zahlreichen per Fingertipp bedienbaren Funktionen.


Benutzeroberfläche der Smartphone-App mit Kamerasteuerungsoptionen

Praxistests in kaltem Wasser

Bei zwei Testtauchgängen von jeweils 35 Minuten Dauer bei Wassertemperaturen zwischen 8 und 12 Grad Celsius hat das System seinen praktischen Nutzen unter Beweis gestellt.

Einrichtungsprozess:

  • Die Einrichtung dauerte nach dem Entfernen des Kamerasuchers knapp 10 Minuten.
  • Ein Kugelgelenk zur Montage des Sealink-Moduls wäre hilfreich gewesen, ist aber leider nicht im Lieferumfang enthalten.
  • Die Verbindung zwischen Kamera und Smartphone sollte vor dem Betreten des Wassers aktiviert werden, dann bleibt sie stabil.

Leistungsergebnisse:

  • Mit einer Sony A7III und der älteren App „Imaging Edge Mobile“ war die Verbindung selbst an Land instabil, eingeschränkt und nicht wirklich nutzbar (dies liegt an der mangelhaften „Imaging Edge“-App von Sony, nicht am Produkt von Divevolk).
  • Anders sieht es bei der Sony A7IV und der neuen „Creators' App“ aus: Die WLAN-Verbindung funktionierte nach kurzer Einrichtung zuverlässig, der Touch-Fokus war unter Wasser möglich und das Livebild blieb stabil.
  • Canon-Kameras bieten vergleichbare App-Funktionen.

Wichtige Hinweise:

  • Die WLAN-Verbindung funktioniert, aber nur so gut, wie es die Kamera-App und der Hersteller zulassen.
  • Sealink selbst ist nicht die Schwachstelle, sondern vielmehr das digitale Fundament.
  • Rechnen Sie mit einem erheblichen Stromverbrauch der Kamera, da die WLAN-Übertragung den Akku stark entlädt.
  • Die „Seatouch &Die Kombination aus „& Sealink“ erzeugt einen erheblichen negativen Auftrieb, weshalb Auftriebskompensatoren für eine ausgeglichene Trimmung erforderlich sind.



Realwelt-Testaufbau und Unterwasserkonfiguration

Preisgestaltung und Einrichtung

Komplette Systempreise:

  • Seatouch-Gehäuse: 249 Euro
  • Montagehalterung: Euro 59
  • Sealink-Kabel mit Schrauben: Euro 229
  • Preisänderungen vorbehalten

Endgültiges Urteil

Mit Sealink erreicht das Divevolk Seatouch 4 Max Plus eine neue Dimension. Jeder, der über eine moderne Systemkamera mit einer ausgereiften App verfügt, kann das preisgünstige Smartphone-Gehäuse in eine vollwertige Steuerzentrale für Unterwasserfoto- und Videoaufnahmen verwandeln.

Vorteile:

  • Revolutionäre passive WLAN-Technologie, die keine Stromversorgung benötigt
  • Verwandelt ein preiswertes Smartphone-Gehäuse in einen professionellen Kameramonitor
  • Großer Touchscreen für präzise Kamerabedienung
  • Kostengünstige Alternative zu professionellen High-End-Monitoren (1/10 des Preises)

Anforderungen:

  • Kompatible Kamera, die die Funktionalität unterstützt
  • Qualitativ hochwertige Kamera-App (herstellerabhängig)
  • Korrekte Einrichtung und sorgfältige Kabelhandhabung

Einschränkungen:

  • Wird keine hochwertigen professionellen Monitore wie SmallHD-Bildschirme oder Atomos-Displays ersetzen.
  • Stark abhängig von der Qualität der App des Kameraherstellers.
  • Begrenzte Reichweite erfordert Nähe
  • Zusätzlicher Auftriebsausgleich erforderlich

Dieses innovative, in der Schweiz geprüfte System kann zwar professionelle Ausrüstung nicht vollständig ersetzen, bietet aber einen zugänglichen Einstieg in die fortschrittliche Unterwasserfotografie-Steuerung zu einem Bruchteil der üblichen Kosten.


Rezensionsquelle: NEREUS Magazin, offizielle Publikation des Schweizerischen Unterwassersportverbandes (SUSV)
Veröffentlicht für divevolkdiving.com

Ricky Jehen

Ricky Jehen

Ricky ist PADI Master Scuba Diver Trainer und blickt auf über 20 Jahre Taucherfahrung rund um die Welt zurück – von farbenprächtigen Korallenriffen bis hin zu historischen Schiffswracks. Er lebt auf Bali, Indonesien, und seine Leidenschaft gilt der Unterwasserfotografie und dem Meeresschutz. DivevolkDiving.comRicky teilt praktische Ausrüstungsberichte, Sicherheitstipps und persönliche Geschichten aus der Unterwasserwelt und inspiriert so andere, tiefer zu tauchen und die Schönheit des Ozeans mit den Smartphone-Gehäusen und Zubehörteilen von Divevolk einzufangen.